Therapiehunde
Therapiehunde kommen heute in vielfältigen Anwendungsbereichen zum Einsatz. Bei Senioren zum Beispiel als Mittel gegen Depressionen, zum Gedächtnistraining und zum Abbau von Ängsten. Auch bei einer Vielzahl chronischer Krankheiten kann eine Therapie mit Hunden sinnvoll sein. Bei Kindern zum Beispiel zur Förderung der Sprachentwicklung, der Konzentration und bei ADHS.
Die positiven Effekte einer Therapie mit Hunden sind u.a.: Senkung des Blutdrucks, Stressabbau, Erhöhung der Endorphinproduktion, Ablenkung von Schmerzen, (neu-) Erlernen von sozialem Verhalten, Verbesserung von geistigen und motorischen Fähigkeiten. Die positive Wirkung auf den Menschen erreicht der Hund teilweise schon durch seine bloße Anwesenheit. Sie wird ausgelöst durch den Anblick des Hundes. Dazu kommt der Körperkontakt mit dem Tier, die Kommunikation und Interaktion.
Im Unterschied zum Besuchshund wird der Therapiehund in herkömmlichen Behandlungen wie Physiotherapie, Ergotherapie oder Psychotherapie oder ähnlichem eingesetzt. Der Hund ist dabei quasi zeitweise ein weiterer Therapeut. Besuchshunde dagegen werden zum Beispiel in Altenheimen rein zum Spielen oder oder Spazierengehen eingesetzt. Der Effekt ist hier also eher sozialer Art.
Als Therapiehund ist prinzipiell jede Rasse denkbar. Gern genommen werden u.a. der Schäferhund, der Golden Retriever, aber auch Jagdhunde. In jedem Fall ist wichtig, dass der Hund ein freundliches, festes Wesen mitbringt und einen ausgeprägten Spieltrieb hat. Er muss sehr gut sozialisiert sein und auch überaus belastbar.
In Deutschland ist die Beschäftigung von Therapiehunden noch eine recht neue Erscheinung. In anderen Ländern wie der Schweiz oder den USA kommen Hunde schon sehr viel länger zu therapeutischen Zwecken zum Einsatz.
Im Idealfall lernt einer junger, neuer Therapiehund von anderen, älteren Therapiehunden. In den genannten Ländern findet die Ausbildung daher oft in Therapiehundeteams statt.
Wichtiger Teil der Ausbildung ist, ähnlich wie bei Blindenhunden, die Erziehung zum so genannten „intelligenten Ungehorsam“. Der Hund muss und darf in bestimmten Situationen Befehle verweigern, wenn diese in gerade nicht angemessen sind. Diese Fähigkeit kann dazu beitragen, beim Patienten das Bewusstsein für das Gegenüber (in dem Fall der Hund) zu schärfen und die Interaktion zu stärken.