Hunde als Mantrailer

Die Suche nach vermissten Menschen mit Hilfe von Hunden wird Mantrailing genannt. Der englische Begriff setzt sich zusammen aus „man“ für Mensch und „to trail“ für verfolgen. Der suchende Hund wird auch Mantrailer genannt. Im Unterschied zu anderen Suchhunden konzentriert sich der Mantrailer auf eine bestimmte Person. Er kann verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden, orientiert sich jedoch am Geruch der gesuchten Person, dabei ist es egal ob unter freiem Himmel oder in Gebäuden gesucht wird.

Um den Geruch einer Person aufnehmen zu können, ist ein Geruchsträger notwendig, der dem Hund ein umfassendes Duftbild der gesuchten Person vermittelt. Als Geruchsträger kommt prinzipiell jeder Gegenstand in Frage, mit dem der Gesuchte in Berührung gekommen ist. Vorzuziehen sind jedoch Dinge wie Kleidung, mit denen die Person längere Zeit in Kontakt kam und die kaum Eigengeruch aufweisen. Die Qualität des Geruchsträgers ist für den Erfolg der späteren Suche dann auch von nicht zu unterschätzender Qualität.

Mantrailing macht sich den Umstand zu Nutze, dass der Mensch ständig Spuren hinterlässt, in dem er zum Beispiel große Mengen an Hautschuppen oder auch Körperflüssigkeiten wie Blut verliert. Wie lange eine Duftspur erhalten bleibt, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. So kann eine Spur leicht durch Wettereinflüsse verschlechtert werden, aber auch die menschlichen Zellen, die die Basis der Duftspur darstellen, haben nur eine begrenzte Haltbarkeit.

Für den Einsatz als Mantrailer kommen verschiedene Hunderassen zum Einsatz. Besonders qualifizierte Rassen gibt es nicht, es kommt vielmehr auf die individuellen Fähigkeiten eines Hundes an. Neben privaten Hundehaltern, die Mantrailer ausgebildet haben, kommen auch immer häufiger Diensthunde bei der Polizei als Mantrailer vor.