Hirtenhunde
Als die Menschen sich von Jägern und Sammlern zu Ackerbauern und Viehzüchtern entwickelten, wurden sie zwangsläufig auch sesshaft, von den nomadisierenden Völkern einmal abgesehen. Etwa ab jener Zeit wurde der Hund auch domestiziert und zunehmend zur Bewachung von Herden, Hof und Haus eingesetzt. Der ureigenste Trieb des Stammvaters Wolf, ein Rudel zusammen zu halten, ist und war bei den einzelnen Hunderassen unterschiedlich stark ausgeprägt. Die geeignetesten Rassen wurden zu Hirtenhunden heran gezüchtet. Steng genommen wird noch eine Unterscheidung zwischen dem Hütehund und dem Herdenschutzhund vorgenommen.
Auch heute noch leisten Herdenschutz- und Hütehunde eine wertvolle Arbeit beim Hüten von Schafherden. Allerdings haben verschiedene Rassen der Hütehunde (Deutscher Schäferhund, Australischer Schäferhund, Pyrenäen-Schäferhund und einige andere) wegen Ihrer ausgeprägten Lernfähigkeit und ihrer Fähigkeit, auf große Distanz zu arbeiten, eine neue Aufgabe im Hundesport gefunden. Die ausgesprochenen Herdenschutzhunde (Pyrenäen-Berghund, Bergamasker Hirtenhund, Tatra-Schäferhund und viele andere) waren von jeher wesentlich schwieriger zu trainieren: Sie zeichnen sich durch eine hohe Eigenständigkeit aus und verrichten ihre Aufgabe ohne direkte Anweisungen des Hirten. So schützt ein Hund die Herde gegen Viehdiebe und Beutegreifer. In urbanen Gegenden lebende Herdenschutzhunde können durchaus Probleme verursachen, da eine städtische Haltung nicht ihrem Naturell und ihrem Charakter entspricht.
Die markanten Eigenschaften eines Herdenschutzhundes sind weiterhin ein starkes Territorialverhalten und ein ausgeprägter Schutztrieb. Alles Fremde, was sich seinem Territorium nähert oder gar in dieses eindringt, wird verjagt. Die Strategie der Herdenschutzhunde liegt allerdings in einer defensiven Abwehr.