Blindenhunde
Blindenhunde, bzw. eigentlich Blindenführhunde, sind eine weitere Form speziell ausgebildeter Hunde. Im Gegensatz zu Rettungshunden kommen sie jedoch nicht nur in besonderen Not- oder Gefahrensituationen zum Einsatz, sondern sie dienen blinden oder sehbehinderten Menschen im Alltag, Sicherheit, Mobilität und Unabhängigkeit zu erlangen. Blindenführhunde gelten daher als gesetzliches Hilfsmittel im Sinne von § 33 im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V). Mit einem Blindenführhund können sich sehbehinderte Menschen sowohl in bekannter als auch völlig unbekannter Umgebung sehr sich bewegen und orientieren.
Entscheidend für das gute Funktionieren des Gespannes aus Mensch und Tier, ist die soziale Bindung zwischen beiden. Besonders im ersten Jahr ist es wichtig, großes gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, andernfalls werden häufig Unsicherheiten entstehen. Aber auch später muss enger Kontakt zum Tier gehalten werden, damit die Bindung zu ihm bestehen bleibt.
Blindenführhunde verstehen eine Reihe von Kommandos wie etwa „Geradeaus“, „Suche Türe“, „Nach Rechts“, und ähnliches. Der Hund setzt also akustische Kommandos des Führers um. Gefundene Dinge wie Türen oder Treppen zeigt der Hund an, in dem er davor stehen bleibt. Er ist in der Lage selbstständig Hindernissen auszuweichen. Dabei muss der Hund nicht nur auf Hindernisse achten, die für ihn selbst welche sind, sondern auch auf jene, die nur für den Menschen zur Gefahr werden können, zum Beispiel herabhängende Äste oder Schlaglöcher auf dem Boden.
In besonderen Situation muss der Blindenführhund in der Lage sein, Kommandos ausnahmsweise zu verweigern. Der Hund muss also selbstständig Probleme lösen, wenn Gefahrensituationen das Ausführen eines Befehls unmöglich machen. Auf diesen „intelligenten Ungehorsam“ wird in der Ausbildung viel Wert gelegt. Man macht sich die natürlichen Instinkte des Hundes für Gefahrensituationen zu Nutze.
Als Blindenführhunde kommen meist Rassen wie Deutsche Schäferhunde, Golden Retriever oder Riesenschnauzer zum Einsatz. In jedem Fall muss das Tier ausgesprochen friedfertig, intelligent, gesund und wesensfest sein. Die Ausbildung kann bis zu einem Jahr dauern.